Bismarck: Vom Verrat der Denkmäler
by Dirk Reinartz, Christian Graf von Krockow
Steidl
German language edition only
Am 30. Juli 1898 starb Otto von Bismarck, Deutschlands erster »Kanzler der Einheit«. Schon zu Lebzeiten verehrt, wurden nach seinem Tod ihm zum Gedenken Hunderte von Türmen errichtet, Eichen gepflanzt und Denkmäler gesetzt. Dirk Reinartz hat sie fotografiert, die Bismarckdenkmäler, die über die gesamte Fläche des ehemaligen Deutschen Reichs verteilt sind. Sie haben im Lauf der Zeit so etwas wie Individualität bekommen: Das eine ist von Giften und Gasen zerfressen, das andere fast vom Gebüsch zugewuchert und das dritte mit den Parolen der achtziger Jahre besprüht.
Entworfen sind die Denkmäler freilich alle nach einem Schema. Christian Graf von Krockow beschreibt es in sinem Essay so: »Das rechte oder das linke Bein vorgestellt, barhäuptig oder häufiger noch mit Pickelhaube, im Soldatenrock, im Mantel... Immer die Militärbekleidung, immer Stulpenstiefel und Säbel, immer dieser Staats-Mann in Uniform.«
Krockow hat die Problematik der Denkmäler gedeutet. Die militärischen Beigaben sind kein Zufall: Schließlich hat Bismarck den deutschen Nationalstaat mit »Blut und Eisen« geschaffen. Und so in Deutschland einen Nationalismus geweckt, der sich an der Vorstellung von Macht und Stärke berauschte, bürgerliche Freiheits- und Menschenrechte aber als Phrasen abtat.
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- 136 pages, 51 duotone plates
- 16 cm x 23.5 cm
- Hardcover
- Steidl
- ISBN: 3-88243-175-X
- Publication date: January 1998